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TEST VON SAP-SYSTEMEN IM RAHMEN EINER MIGRATION

Aktualisiert: 31. Mai 2023



Die SAP-Lösungen auf Basis von ERP (früher: R/3) gehen auf ihr Lebensende zu. Ab 2027 gibt es offiziell keinen Support mehr, so dass bis zu diesem Zeitpunkt Daten und Prozesse aus ERP-Systemen auf Nachfolgesysteme migriert sein sollten.


Für die Migration selbst gibt es verschiedene Lösungsstrategien. Einen Migrationsprozess von der Auswahl der Strategie bis zur Implementierung haben wir hier bereits beschrieben: https://www.mateo-automation.com/post/datenmitgration-mit-robotic-process-automation


Die Ergebnisse einer Migration und insbesondere die Spezialfälle werden Sie überprüfen wollen, da diese ein System häufig in Fehlersituationen laufen lassen.

Bei dem Test der erfolgreichen Migration wird es immer wieder Funde geben, die zu einem Bugfix führen. Danach müssen Sie, wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, sämtliche vorhandene Funktionalität im Rahmen einer Migration nochmal testen.

Im Zuge dessen werden Sie für den neuen Fund vermutlich auch einen neuen Testfall für das Regressions-Testset anlegen.


Mateo bietet für verschiedene Arten von Anwendungen Testtreiber. SAP ERP bzw. R/3 ist dabei natürlich auch vertreten. Mit Hilfe dieses Treibers sind Sie also in der Lage, das Quellsystem zu bedienen. Damit können Sie die Sollwerte für den späteren Vergleich im Zielsystem festlegen.


Die Voraussetzung für die Steuerung der SAP-GUI ist die Aktivierung der SAP Scripting API. Dabei handelt es sich um eine COM-basierte Programmierschnittstelle, die mit verschiedenen Programmiersprachen angesprochen werden kann. In mateo wird hierfür unter der Oberfläche ein AutoIt-Treiber verwendet.

Die in mateo implementierten Kommandos ermöglichen die Automatisierung typischer Abläufe, z.B. das Öffnen von Transaktionen, das Eingeben von Daten, das Navigieren in Menüs oder das Abrufen von Informationen aus SAP-Tabellen.

Einige der mateo-Kommandos hierfür sind:

  • sapObjSelect: ermöglicht die Selektion oder das „Klicken“ von Buttons, Tabs und ähnlichen GUI-Objekten. Als Parameter muss immer der Pfad zur ID des zu selektierenden Objekts übergeben werden.

  • sapObjValueSet: ermöglicht das Einfügen von Werten in Eingabefelder. Als Parameter muss neben dem Pfad zur Objekt-ID des Eingabefeldes auch der Eingabewert an das Kommando übergeben werden.

  • sapObjValueGet: ermöglicht das Auslesen und Speichern von Objektwerten. Als Parameter sollte neben dem Pfad zur Objekt-ID des auszulesenden Wertes auch der Name einer Variable übergeben werden, in der der Wert gespeichert werden kann.

Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe von weiteren Kommandos, um z.B. mit Tabellen oder Baumstrukturen (SAP Trees) zu agieren. Zudem ist es möglich für spezielle SAP-Objekte individuelle Kommandos umzusetzen.

Das Erstellen von mateo-Steps ermöglicht es, dass sich häufig wiederholende Abläufe in ein Repository auszulagern und zu modularisieren. Dies hat den Vorteil, dass ein Step nur einmalig erstellt werden muss und anschließend in allen Automatisierungs-Skripten wiederverwendet werden kann. Typische Abläufe hierfür sind zum Beispiel der SAP-Login oder der Aufruf einer Transaktion. Den ausgelagerten Steps sind dann Login-Daten oder Transaktionsnamen als Parameter zu übergeben.

Ein Vorteil von mateo gegenüber einer reinen SAP-basierten Automatisierungs-Lösung ist, dass die Prozesse anwendungsübergreifend automatisiert werden oder mehrere SAP-Systeme nebeneinander gesteuert werden können, um z.B. Daten von einem System ins andere zu übertragen.

Ein unverzichtbares Werkzeug zur Steuerung der SAP GUI ist der sogenannte SAP Scripting Tracker (vgl. https://tracker.stschnell.de/). Mit Hilfe des SAP Scripting Trackers können die IDs einzelner GUI Objekte identifiziert und ausgelesen werden. Dadurch ist es möglich die technischen Pfade zu Objekt-IDs oder Tabellenattributen abzufragen und als Parameter an die Kommandos zu übergeben. Um nicht die IDs jedes zu steuernden SAP-Objekt einzeln zu identifizieren, hat der SAP Scripting Tracker eine Recording Funktion. Hiermit können Objektpfade und IDs ganzer Abläufe ausgelesen werden. Wie bei jedem Werkzeug, sollten vor der Nutzung die spezifischen Sicherheitsrichtlinien und -vorschriften des Unternehmens beachtet werden.


Nachdem Sie das Quellsystem ausgelesen haben, werden Sie das Zielsystem überprüfen. Auch dafür bietet mateo alle Möglichkeiten.

Aktuell sind es oft Webobflächen, auf die Anwendungen neueren Datums setzen. Bei SAP könnte das z.B. Business One oder S/4Hana sein. Für die ersten Schritte hilft Ihnen dabei auch der mateo-Chrome-Recorder, den Sie frei im Chrome Webstore runterladen können.

Details zur Bedienung der genannten SAP-Oberflächen werde ich in einem zukünftigen Blogbeitrag beschreiben.


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